Bericht der Bundesregierung zur Humanitären Hilfe

Seit einigen Monaten findet man gut versteckt auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes den Bericht der Bundesregierung zur humanitären Hilfe in der vergangenen Legislaturperiode. In der Vergangenheit war der Bericht eine wenig inspirierende Fleißarbeit (siehe hierzu schon bei ForHumHilfe). Seitenlang wurde über Aktivitäten berichtet, ohne dass es die notwendigen Erläuterungen gab, warum genau dieses oder jenes getan wurde.

Spannend an dem jetzigen Bericht ist, dass er sehr zukunftsorientiert ist. Der Schwerpunkt liegt auf der Neuausrichtung der deutschen humanitären Hilfe. Es werden ausführlich bereits angestoßene Vorhaben erläutert und konkrete Ziele für die Zukunft formuliert.

Das Auswärtige Amt spricht von einem Paradigmenwechsel: “Die humanitäre Hilfe wird von kurzfristig geförderten Projekten der Soforthilfe in vorausschauende strategische humanitäre Hilfe überführt.” Die Rolle der Bundesregierung dabei soll die Förderung von Qualität und Koordinierung sein.

Man wird also von nun an dem Auswärtigen Amt konkrete Fragen zu diesen Zielen stellen können: Wie genau wird eine bessere Analyse und Vorbereitung unterstützt? In welchem Umfang werden lokale Partner gestärkt? Wann wird rechtzeitig internationale Hilfe geleistet? (siehe S. 7 des Berichtes) In Zukunft kann also ausgeschlossen werden, dass -wie in der jüngsten Ebolakrise- erst tausende Menschen sterben müssen, bevor die internationale humanitäre Hilfe mobilisiert wird.

Der Bericht ist leider nur beschränkt geeignet, Rechenschaft über die Vergangenheit abzulegen. Zwar kann man ihm entnehmen, welche Kleinstmaßnahmen durchgeführt wurden. So wurden beispielsweise 20.000 Euro „multisektorale Nothilfe“ an den karibischen Inselstaat St. Lucia gewährt. Wie bereits in der Vergangenheit kann man dem Bericht jedoch nicht entnehmen, wie viele Mittel die verschiedenen deutschen Nichtregierungsorganisationen in den jeweiligen Jahren erhalten haben. Auch über die Ergebnisse der Arbeit des Beauftragten der Bundesregierung für die humanitäre Hilfe erfährt man nichts.

Positiv bleibt, dass der Bericht konkrete Maßstäbe festschreibt, an denen sich die Bundesregierung von nun an messen lassen kann.

Namensänderung bei VENRO: Aufwertung der humanitären Hilfe

Der Dachverband der deutschen NRO VENRO hat bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung seinen Namen geändert. Er heißt jetzt Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. Die Abkürzung lautet weiterhin VENRO. Mit der Namensänderung will man der starken Stellung des Bereiches humanitäre Hilfe innerhalb des Verbandes Rechnung tragen.
Bemerkenswert daran ist, dass vor rund 20 Jahren, bei der Gründung des Verbandes, das Ansinnen einiger Mitglieder, auch die humanitäre Hilfe im Titel des Verbandes zu berücksichtigen, abgewiesen wurde. Sie sei eine Nebensache und ein „Teilsegment der Entwicklungszusammenarbeit“. Caritas und Welthungerhilfe waren damals wortführend bei der Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung der humanitären Hilfe nicht nur im Namen, sondern auch in den Strukturen des Verbands. Der Antrag der Caritas, für den neuen Verband den Namen „Verband Entwicklung und Humanitäre Hilfe deutscher NROs (VEHNRO)“ zu wählen, wurde abgelehnt.

Erfreulich, dass VENRO nun einen längst fälligen Schritt vollzogen hat.

Wirkungstransparenz oder Weihnachtspräsenz?

Am 28. November 2014 veröffentliche Spiegel-Online pünktlich zum Beginn der für Spenden lukrativen Weihnachtszeit die “Rangliste der 50 Top-Spendenorganisationen”. Der Liste liegt eine Studie zur „Wirkungstransparenz“ zugrunde. Die Organisation Phineo untersuchte anhand von öffentlich zugänglichen Informationen von Nichtregierungsorganisationen, wie transparent diese ihre Wirkung darstellen.

Schön ist, dass die Arbeit gemeinnütziger Organisationen von einer externen Organisation anhand von Kriterien betrachtet wird. Gerne hätte man auch die zentralen Aussagen der Studie in der Onlinepresse gesehen. Sie sind spannend, verschwinden aber hinter dem Ranking.

Zu unterstützen ist das Anliegen, das Thema Wirkungsbeobachtung auf die Agenda zu bringen. Die Studie betont, dass hier einiges im Argen liegt. Man hofft, über die Öffentlichkeit mehr Bewusstsein für Wirkungen in der Arbeit der Organisationen zu schaffen.

Untersuchung, Bewertung und Veröffentlichung haben ein wesentliches Versäumnis: Anstatt sich direkt mit den Menschen, um die es bei der Arbeit der Organisationen geht, zu beschäftigen, hat man sich allein mit Internetseiten und weiteren öffentlichen Quellen befasst. Weder die Zielgruppen der Organisationen noch deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden befragt.

Phineo und Spiegel-Online weisen nicht einmal darauf hin, dass Wirkungsbeobachtung sowohl bei als auch mit den Menschen, die Inhalt, Ziel und Zweck der Arbeit der Organisationen sind, notwendig ist. Das kann dazu führen, dass die Hilfsorganisationen in Zukunft noch mehr Zeit, Geld und Energie in ihre Außendarstellung investieren. Wer im Wettlauf um die Topplätze in Weihnachtsrankings und den damit verbundenen Spendensummen nach oben kommen möchte, wird nicht systematische oder gar unabhängige externe Wirkungsbeobachtung in fernen Ländern in Auftrag geben. Bei der vorliegenden Studie kann man schon mit gut formulierten Zielen, Strategien und Visionen punkten. Wer den schönsten Bericht schreibt, bekommt am Ende das meiste Geld.

Die Veröffentlichung dieser Rangliste dient vor allem den Hilfsorganisationen, die sich oben auf der Liste finden und den Spendern, die nun schauen können, bei welcher Top-Ranking-Organisation sie ruhigen Gewissens spenden können. Ob mit dieser Studie auch den Menschen, um die es geht, besser geholfen wird, erscheint fraglich. Dabei ist es doch das, was Spiegel-Online und Phineo eigentlich wollen.

World Humanitarian Summit: Beginn der Online-Consultation!

Wie bereits berichtet, bereitet UN-OCHA den World Humanitarian Summit 2016 vor. Ziel dieses Vorhabens ist es, eine neue Agenda für die internationale humanitäre Hilfe zu schaffen. Zur Vorbereitung der regionalen Konferenz am 3. und 4. Februar 2015 in Budapest gibt es nun eine Online-Konsultation.

Bis zum 19. Dezember können hier Ideen, Meinungen und Anregungen eingebracht werden: WHS Online Consultation

 

Eine neue Agenda für die internationale humanitäre Hilfe

Derzeit bereitet UN-OCHA den World Humanitarian Summit 2016 vor. Ziel dieses aufwendigen Vorhabens ist es, eine neue Agenda für die internationale humanitäre Hilfe zu schaffen. Hierzu sollen weltweit Themen und Meinungen gesammelt werden. Bis Juli 2015 können Beiträge eingesandt werden. OCHA sucht engagierte Einzelpersonen und Organisationen, die Debatten starten und begleiten. Für Europäer wird es am 3. und 4. Februar 2015 eine regionale Vorbereitungskonferenz in Budapest geben.

Schon jetzt kann man an Diskussionen zu den Haupthemen teilnehmen:

  • Needs of people in conflict,
  • Effectiveness,
  • Transformation trhough innovation,
  • Reducing vulnerability and managing risks

Es gibt bereits Online-Events, wie zum Beispiel heute zur Ebolakrise.

ForHumHilfe wird einen Blick auf dieses Projekt werfen und anlassbezogen hierzu berichten.

Die Blogger von ForHumHilfe beim Humanitären Kongress

Erneut  kann man uns persönlich beim Humanitären Kongress in Berlin vom 10.-11. Oktober  treffen. Nutzt die Gelegenheit, sprecht uns an, diskutiert mit uns! Wir freuen uns, Euch kennen zu lernen!

 

 

Was tut sich in der humanitären Hilfe?

Vor zwei Jahren haben wir über den State of the Humanitarian Systems Report berichtet (Fortschritte im Gesamtsystem? und Stillstand im Gesamtsystem?). Der Bericht wird vom britischen Think Tank ALNAP herausgegeben. Er bietet auf Grund der kriterienbasierten- und übersichtlichen Darstellungsweise einen spannenden Blick auf die humanitäre Hilfe.

Nun gibt es die Gelegenheit, einen Beitrag zur Neuauflage des Berichts zu leisten. Die Autoren wenden sich an die humanitären Helfer und bitten um ihre Erfahrungen und Einschätzungen. Für die 25 Fragen braucht man circa 20 Minuten.

Link: Survey State of the Humanitarian Systems Report

 

 

Koordinierung als Chance und Herausforderung in der Humanitären Hilfe

Gastbeitrag von Christoph Strässer, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg internationaler humanitärer Hilfe war, ist und bleibt eine effiziente Koordinierung der betroffenen Akteure und Ressourcen: Die Art und Weise, in der die Akteure der humanitären Hilfe mit dem sich wandelnden humanitären Umfeld umgehen, wird entscheidend sein, um menschliches Leid erfolgreich zu lindern und sich der humanitären Bedürfnisse anzunehmen. Im Folgenden skizziere ich drei Trends, mit denen die humanitären Akteure konfrontiert sein werden:

  1. Die Zahl der Naturkatastrophen steigt

In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Naturkatastrophen von 200 auf 400 pro Jahr verdoppelt. Noch höher fiel der Anstieg bei der Anzahl der betroffenen Menschen und den Verlusten aufgrund von Schäden durch Naturkatastrophen aus. Die verheerendsten dieser Katastrophen waren in der jüngeren Vergangenheit der Tsunami in Asien 2004, das Erdbeben in Haiti 2010 oder der Taifun auf den Philippinen 2013.

  1. Die Zahl der komplexen Notsituationen steigt

Innerstaatliche Konflikte verursachen ebenfalls einen verstärkten Bedarf an humanitärer Hilfe. Laut dem Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) stieg die Zahl der Menschen, die aufgrund von Gewalt und bewaffneten Konflikten in ihrem eigenen Land zu Vertriebenen wurden, von 16,5 Millionen im Jahr 1989 auf geschätzt 33,3 Millionen zum Ende des Jahres 2013. Die Situation in Ländern wie dem Südsudan, Syrien oder der Zentralafrikanischen Republik unterstreicht dies auf tragische Art und Weise.

Diese beiden Trends bedeuten in der Summe, dass man auch weiterhin mit einem steigenden Bedarf humanitärer Hilfe rechnen muss. Die Hilfsaufrufe der Vereinten Nationen sind hierfür ein guter Indikator. Der Umfang dieser Hilfsaufrufe ist von 4,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 auf 16,96 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 gestiegen (Stand Juli 2014). Man kann derzeit leider nicht erwarten, dass es hier zu einer Trendumkehr kommen wird. Diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist für die weltweite humanitäre Gemeinschaft angesichts der oft knappen Mittel nicht einfach. Dennoch: Zu den aktuellen Entwicklungen gehört auch, dass sich immer mehr neue Akteure an humanitären Angelegenheiten beteiligen. Die Erfahrungen aus dem Erdbeben in Haiti, als sich über 3 000 NGOs im Land registrierten, illustrieren einen dritten Trend:

  1. Die Zahl der Akteure, die an humanitären Maßnahmen beteiligt sind, nimmt zu

OCHA schreibt dazu in seinem jüngsten Planungs- und Budgetierungsbericht: Da immer mehr Länder den Status von Ländern mit mittleren Einkommen erreichen, werden immer mehr Regierungen zu Gebern und teilen ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen. Nationale Katastrophenschutzbehörden und regionale Organisationen spielen eine zunehmend einflussreiche Rolle und es sind mehr NGOs und zivilgesellschaftliche Akteure an humanitärer Hilfe beteiligt als je zuvor. Der Unternehmenssektor engagiert sich immer stärker und sucht die Partnerschaft mit den Akteuren der humanitären Hilfe.

Der Erfolg humanitärer Bemühungen wird künftig maßgeblich davon abhängen, ob wir dieses Potenzial ausschöpfen können. Damit schließt sich der Kreis zur eingangs formulierten These, dass die Koordinierung der Anstrengungen innerhalb der humanitären Gemeinschaft so wichtig ist – angesichts der angedeuteten Trends ist dies eine Herausforderung und Chance gleichermaßen. Ein wichtiger Teil der Lösung muss eine Antwort auf die Frage sein, wie diese verschiedenen Akteure, die oft außerhalb des Systems des Ständigen interinstitutionellen Ausschusses stehen, in eine koordinierte humanitäre Reaktion und Arbeit gemäß unseren humanitären Standards und Prinzipien eingebunden werden können. Eine effektive Koordinierung ist entscheidend, um Synergien zu erzeugen, Doppelarbeit zu vermeiden und so effizienter zu arbeiten.

Der Humanitäre Weltgipfel 2016: eine Gelegenheit, die künftigen Herausforderungen anzugehen

Angesichts der sich wandelnden humanitären Lage und der oben genannten globalen Herausforderungen beruft der Generalsekretär der Vereinten Nationen für 2016 in Istanbul einen Humanitären Weltgipfel ein und hat das OCHA mit der Organisation des Gipfels beauftragt. Der Humanitäre Weltgipfel ist eine Gelegenheit für die internationale humanitäre Gemeinschaft, die derzeitigen Herausforderungen noch besser zu verstehen, bewährte Praktiken aus allen Teilen der Welt zu sammeln und sich grundsätzlich darauf zu verständigen, wie am besten auf diese Herausforderungen reagiert werden kann. Er bietet die Gelegenheit, sich auf eine gemeinsame und koordinierte Vision der humanitären Hilfe über 2016 hinaus zu einigen. Wir alle können uns daran beteiligen (www.worldhumaniatriansummit.org).

Fleißarbeit oder Referenzdokument? – Der Bericht der Bundesregierung über die deutsche humanitäre Hilfe im Ausland

Für jede Legislaturperiode legt das Auswärtige Amt einen Bericht der Bundesregierung über die deutsche humanitäre Hilfe im Ausland vor (Bericht 2006-2009). Der Bericht stellt eine der wenigen Gelegenheiten dar, öffentlich Zugang zu konkreten Fakten der deutschen humanitären Hilfe zu erlangen.

Der Bericht über die vergangene Legislaturperiode steht an. ForHumHilfe hofft, dass der neue Bericht gegenüber den vorherigen Berichten im Hinblick auf Transparenz und Konkretheit der angestrebten Ziele und der erreichten Ergebnisse eine Weiterentwicklung bringen wird.

Schön wäre es zum Beispiel, wenn der Bericht nicht nur ellenlange Listen mit Ländern und verausgabten Beträgen enthalte würde. Wichtiger wäre doch zu erfahren, warum gerade in diesen Ländern genau diese Beträge ausgegeben wurden. Wofür wurden die Mittel bereitgestellt und wer hat die Hilfsmaßnahmen umgesetzt, ist dabei ebenso relevant zu erfahren. Auch wie sich die selbstgesetzten Prinzipien der deutschen humanitären Hilfe in den Finanzierungsentscheidungen wiederspiegeln, wäre wichtig zu wissen.

Es wäre auch begrüßenswert, wenn der Beauftragte der Bundesregierung für die Menschenrechtspolitik und die humanitäre Hilfe nicht nur einen groben Aktivitäts- und Reisebericht veröffentliche, sondern konkret berichtet was durch seine Arbeit erreicht wurde.

Der Bericht ist eine exzellente Gelegenheit für das Auswärtige Amt, die wenig offiziell dokumentierte deutsche humanitäre Hilfe mit einem Referenzdokument zu bereichern. Wir sind also gespannt auf den neuen Bericht.

The ‚new normal‘: Humanitäre Hilfe in einer immer zerbrechlicheren Welt

In einem beeindruckenden Statement, erschienen am 15. Juli 2014 im „Guardian“, fordert Kristalina Georgieva, Kommissarin für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der EU, die internationale Gemeinschaft auf, schneller auf humanitäre Katastrophen zu reagieren und flexibler Hilfe zuzusichern. Auslöser ihres Artikels ist die erschreckende Nachricht, dass 800.000 afrikanische Flüchtlinge aufgrund fehlender Finanzmittel beim Welternährungsprogramm (WFP) und VN Hilfswerk für Flüchtlinge (UNHCR) stark reduzierte Lebensmittelrationen erhalten.

Sie betont, dass die Ausgaben für humanitäre Hilfe zwar weltweit gestiegen sind, die internationale Gemeinschaft aber gleichzeitig vor immer größer werdenden humanitären Herausforderungen steht und die bisherige Finanzierung daher nicht ausreicht. Weltweit befinden sich 51 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, und die vergessenen Krisen in Syrien, dem Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik fordern mehr humanitäre Hilfe als je zuvor. Georgieva weist eindrücklich darauf hin, dass durch Klimawandel, fragile Staaten, Bevölkerungswachstum und Terrorismus dieser aktuelle Zustand als „new normal“ definiert werden muss, so dass die internationale Gemeinschaft besser, flexibler und schneller auf humanitäre Katastrophen reagieren kann.

In ihrem Artikel formuliert sie drei zentrale Forderungen: Die Geber müssen in akuten Krisensituationen mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um eine Grundversorgung der Menschen in Not sicher zu stellen. Zweitens bedarf es einer besseren Koordinierung der knappen Ressourcen und einer effizienteren Absprache zwischen den verschiedenen Akteuren. Drittens betont sie, dass Regierungen von hilfebedürftigen Staaten besser mit den Geldgebern zusammen arbeiten müssen, um humanitäre Hilfe ohne Umwege und zu möglichst geringen Kosten umsetzen zu können. Alles eher nicht neu, aber essentiell – und hoffentlich lesen die VN mit! Kristalina Georgieva betont jedoch auch, dass humanitäre Hilfe nicht die Lösung aller Probleme sein kann und gerade in einer immer fragiler werdenden Welt nicht die langfristige Planung zur Krisenprävention in den Bereichen Sicherheit, Entwicklung und Diplomatie ersetzen kann. Es ist zu hoffen, dass ihr Appell in der Praxis Anklang findet. Neue Wege müssen eingeschlagen werden, um der unermesslichen Not von Menschen auf der Flucht und in Krisen schneller und effizienter begegnen zu können.