Süd Sudan: Eine neue Dimension im steten Fluss der Krisenmeldungen

In den letzten Monaten erreichen uns kontinuierlich erschreckende Meldungen über die Nahrungsmittelsituation am Horn von Afrika. In Äthiopien, in Kenia und in Somalia sind 12 Millionen Menschen von Mangelernährung und Hunger betroffen. Im Jemen sind es noch einmal 17 Millionen Menschen. Hinzu kommen Länder in anderen Regionen, wie z.B. Nigeria, die Tschadsee-Region, Länder im südlichen Afrika.

In dem kontinuierlichen Fluss an Krisenmeldungen geht es fast unter, dass nun im Bürgerkriegsland Süd Sudan 100.000 Menschen ganz akut vom Risiko des Hungertods betroffen sind. Zum ersten Mal seit 2011 wird offiziell eine Hungersnot ausgerufen.

Damals betraf die Hungersnot Somalia. 250.000 Menschen starben. Die internationale Hilfe lief zu langsam an. Wie schon oft zuvor brauchte es den Druck der Medien, um die „Maschinerie“ anzuwerfen. Oxfam und Save the Children übten daraufhin öffentlich deutliche Selbstkritik. Der Wunsch hinter diesem bemerkenswerten Schritt: Das darf uns nicht noch einmal passieren.

Die Hungersnot im Süd Sudan bedeutet für die internationale humanitäre Hilfe allerdings in mehrfacher Hinsicht eine ganz besondere Herausforderung. Der Süd Sudan ist eines der kompliziertesten und gefährlichsten Konfliktgebiete dieser Welt. Hinzu kommt, dass die Hungersnot, die global agierenden Hilfsorganisationen in einer Zeit trifft, die von Überforderung und Zweifeln geprägt ist.

Bisher haben die größten Geldgeber, die amerikanische und die britische Regierung, allein auf die bereits umfangreich geleistete Hilfe der letzten Zeit verwiesen. Diese konnte die Verschärfung der Lage offensichtlich nicht verhindern.

Was wird nun passieren?