NGO-Konferenz zur Humanitären Hilfe im April 2016 in Berlin

„Humanitäre Hilfe – wessen Aufgabe ist das eigentlich?“ – mit dieser Frage beschäftigte sich Mitte April ein internationales Forum in Berlin, veranstaltet von Caritas international, der Diakonie Katastrophenhilfe, Ärzte ohne Grenzen und der Evangelischen Akademie Villigst. Dass Humanitäre Hilfe nicht einfach und unkompliziert ist („etwas, was jeder kann“), dass sie nicht frei von politischen Interessen ist, dass humanitäre Krisen politische Ursachen haben, dass Staat und Gesellschaft gemeinsam Sorge für die Rahmenbedingungen und Prinzipien guter Hilfe tragen müssen – all das sind nicht unbedingt neue Erkenntnisse zum Zustand der Humanitären Hilfe. Die Veranstalter leiten aus ihrer Analyse weitere notwendige Schritte ab: Mehr vertiefte und unabhängige Analyse und Debatte humanitärer Grundsatzfragen, neue gesellschaftliche Bündnisse mit anderen Politikfeldern und Akteuren (Diaspora. Flüchtlingshilfe), konkrete Aktionen wie etwa ein Preis für Humanitäre Hilfe oder ein Kampagnentag, mehr öffentliches Interesse und politischer Druck, um humanitäre Krisen zu vermeiden und Rahmenbedingungen für gute humanitäre Hilfe zu gewährleisten.

Kritik übte die Konferenz an der aktuellen Flüchtlingspolitik der EU und an den negativen Signalen, die davon für die Einhaltung der Menschenrechte, das Humanitäre Völkerrecht und die humanitären Prinzipien ausgehen.

Das Abschlusskommunique der Veranstalter finden Sie hier.

Humanitäre Debatte – eine neue Zeitschrift: „Alternatives Humanitaires / Humanitarian Alternatives“

Die Initiator/innen des Projekts Alternatives Humanitaires / Humanitarian Alternatives beabsichtigen mit ihrer  neu erschienenen (zweisprachigen) Zeitschrift ein Forum für eine globale Reflektion über die Humanitäre Hilfe und deren Entwicklung zu schaffen.

Die Zeitschrift bietet einen Raum der Begegnung und des Dialogs zwischen den Praktiker/innen der humanitären Hilfe und der wissenschaftlichen Szene bieten. Gleichzeitig soll die Zeitschrift mehr Aufmerksamkeit und Gehör bei einer breiteren internationalen Öffentlichkeit für die Humanitäre Hilfe bewirken. Die erste Ausgabe umfasst mehrere Artikel zum Fokusthema „Ebola – das Ende eines Alptraums?“.

Initiator/innen und Unterstützer/innen: la Fondation Action Contre la Faim, le Fonds Croix-Rouge française, la Fondation Handicap International et la Fondation Mérieux, l’Université Laval (Québec), la Chaire Raoul Dandurand / UQAM (Montréal), l’Université Lumière Lyon II / Université de Lyon, l’Institut Bioforce.

Link zur englischen Ausgabe: http://alternatives-humanitaires.org/en/

Link zur französischen Ausgabe: http://alternatives-humanitaires.org/fr

Und noch ein Hinweis für frankofone Leser/innen: Bei FRANCE CULTURE gibt es  eine Serie mit vier Sendungen zum Thema HUMANITAIRE: LA FIN DES ILLUSIONS zu hören: Teil 1Teil 2 Teil 3 – Teil 4