Dreifache Bewährungsprobe für die humanitäre Hilfe

Trockenheit und Überschwemmungen im Zusammenhang mit El Nino führen derzeit dazu, dass weltweit bis zu 100 Millionen Menschen aufgrund von Nahrungsmittel- und Wassermangel in Not sind. Hilfsorganisationen schlagen Alarm. Es bahnt sich eine dreifache Bewährungsprobe für die humanitäre Hilfe an:

Erstens: Wird es gelingen, diesmal rechtzeitig Hilfe zu mobilisieren? Bereits viele Male -und zuletzt im Jahr 2011 am Horn von Afrika- haben erst die schockierenden Bilder westlicher Journalisten aus den Krisengebieten zu Hilfe im erforderlichen Ausmaß geführt. Anschließend war das Klagen über die eigenen Unzulänglichkeiten im System der internationalen humanitären Hilfe groß. Nun wird sich zeigen, ob es Veränderungen im System gab und die Hilfe rechtzeitig dort ankommt, wo sie am dringendsten ist.

Zweitens: Werden ausreichend Mittel verfügbar sein? Wird es möglich sein, neben der politik- und medienrelevanten Großkrise Syrien, ausreichend Ressourcen für die Herausforderungen in Lateinamerika, in Asien und in Afrika zu mobilisieren?

Drittens: Werden die zahlreichen Maßnahmen zur Förderung der Resilienz und in der Katastrophenvorsorge Erfolge zeigen? Zum Beispiel sind allein in Äthiopien aktuell 10 Millionen Menschen betroffen. In dem Land wird seit Jahrzehnten internationale Hilfe geleistet. In den vergangenen Jahren wurde viel in ein großes Frühwarnsystem und zudem in Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz und zur Absicherung investiert (sog. Safety Nets). Die groß aufgelegten Programme galten als Prototypen für „bessere Hilfe“, die nicht nur reagiert, sondern vorbeugend wirkt. Nun muss sich zeigen, wie die Regionen und Bevölkerungsgruppen, die unmittelbar von den Maßnahmen profitiert haben, mit der Herausforderung zurecht kommen.

Über forhumhilfe
Unser Blog „Forum Humanitäre Hilfe“ informiert, kommentiert und stellt kritische Fragen zu Themen, Verlautbarungen und Ereignissen aus dem Handlungs- und Politikfeld der Humanitären Hilfe. Wir wollen dies unabhängig von institutionellen oder parteipolitischen Interessen tun. Wir sind eine kleine Gruppe von Menschen (siehe Kurzportraits), die aufgrund ihrer persönlichen und beruflichen Erfahrungen in der Humanitären Hilfe die Notwendigkeit sehen, eine unabhängige Plattform für den Informations- und Meinungsaustausch zu Fragen der Humanitären Hilfe zu schaffen. Beiträge in diesem Blog, die nicht namentlich gekennzeichnet sind, geben die Meinung der Gruppe wieder. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden alleine vom betreffenden Autor/ von der betreffenden Autorin verantwortet.

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