Namensänderung bei VENRO: Aufwertung der humanitären Hilfe

Der Dachverband der deutschen NRO VENRO hat bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung seinen Namen geändert. Er heißt jetzt Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. Die Abkürzung lautet weiterhin VENRO. Mit der Namensänderung will man der starken Stellung des Bereiches humanitäre Hilfe innerhalb des Verbandes Rechnung tragen.
Bemerkenswert daran ist, dass vor rund 20 Jahren, bei der Gründung des Verbandes, das Ansinnen einiger Mitglieder, auch die humanitäre Hilfe im Titel des Verbandes zu berücksichtigen, abgewiesen wurde. Sie sei eine Nebensache und ein „Teilsegment der Entwicklungszusammenarbeit“. Caritas und Welthungerhilfe waren damals wortführend bei der Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung der humanitären Hilfe nicht nur im Namen, sondern auch in den Strukturen des Verbands. Der Antrag der Caritas, für den neuen Verband den Namen „Verband Entwicklung und Humanitäre Hilfe deutscher NROs (VEHNRO)“ zu wählen, wurde abgelehnt.

Erfreulich, dass VENRO nun einen längst fälligen Schritt vollzogen hat.

Mali ist Ebola frei – hoffentlich

Diese Woche, am 19. Januar 2015, hat der Gesundheitsminister Ousmane Koné Mali offiziell frei von Ebola erklärt, nachdem 42 Tage keine neuen Fälle mehr aufgetreten sind.

Als ich im November 2014 in Bamako, Malis Hauptstadt war, wusste man noch gar nicht, welche Richtung die Epidemie nehmen würde. Ein zweijähriges Mädchen war Ende Oktober im Süden des Landes verstorben, nachdem es sich im benachbarten Guinea mit Ebola angesteckt hatte. Der zweite Verdachtsfall Anfang November machte aber mehr Sorgen: Ein Patient aus Guinea war mit allen Anzeichen von Ebola gestorben, dies in einer der renommiertesten Klinken des Landes und nicht ohne vorher mit unzähligen Leuten in Kontakt gekommen zu sein.

Am Tag nachdem der Fall bekannt wurde, war die Liste der Kontaktpersonen schon auf weit über 400 angewachsen. Und auch in Mali war wieder einmal das Klinikpersonal und dessen Angehörige besonders betroffen und unter denen, die sich als erste ansteckten.

Nachdem im November 2014 das Frühwarnsystem zur Erkennung von Verdachtsfällen noch extrem verbesserungswürdig war, es im ganzen Land nur ein Isolationszentrum zur Behandlung von Verdachtsfällen gab, die Grenzen zu Guinea sehr porös waren und die Gesundheitszentren im Land nur unzureichend aufgeklärt und noch weniger mit Material ausgestattet waren, um angemessen auf Verdachtsfälle zu reagieren, bin ich über diese Nachricht heute sehr erleichtert.

Hoffentlich lassen all diese Anstrengungen, die seit November unternommen worden sind, nun nicht nach, und wir hören nie wieder über Ebolafälle in Mali.

Sibylle Gerstl