Das Projekt RESILIENCE – Modebegriff oder zukunftweisendes Konzept – ein ernstes Spiel.

Seit ca. 2005 das Konzept „Resilienz“ auch in der humanitären Hilfe omnipräsent ist und sich zu einem Modebegriff entwickeln konnte, beschäftigen sich viele Geberstrukturen, Forschungsinstitute und Hilfsorganisationen – zum Teil mit Skepsis – mit seinen programmatischen Inhalten. Nach einem intensiv geführten Diskussions- und Analyseprozess rief das Konsortium CARE Niederlande, Groupe Urgence Réhabilitation Développement (URD) und die Universität Wageningen 2010 das Forschungsprojekt RESILIENCE ins Leben. Das Projekt ist aus der Überzeugung entstanden, dass die Verknüpfung der Instrumente* Katastrophenrisikoreduzierung, Anpassung an den Klimawandel und Armutsreduzierung in Programmen der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit die Lebensgrundlage der immer wieder von Katastrophen Betroffenen wesentlich verbessern könne.
Die dabei gemachten interessanten Erfahrungen sind auf den Internetseiten des Projekts und der Mitglieder des Konsortiums nachzulesen. Auf die Notwendigkeit, sich weiterhin auf theoretischer und operationeller Ebene mit dem Konzept auseinanderzusetzen, wird ausdrücklich hingewiesen. Modebegriff hin oder her, kommt es auf dessen Operationalisierung an. Es kommt also auf die humanitären Kräfte im Feld an, sich von der reinen Rhetorik zu lösen, einen Weg zu finden das Konzept in die Praxis umzusetzen, es auf eine im Sinne der Zielgruppen relevante und nützliche Weise zu verwirklichen und klar seine Grenzen zu identifizieren.
Dabei sollte bedacht werden, dass wesentliche Elemente des Konzepts wie z.B. Katastrophenrisikoreduzierung, Reduktion der Vulnerabilität, die Verbesserung der Reaktionskapazitäten, die Verbindung zwischen Nothilfe, Wiederaufbau und Entwicklungszusammenarbeit (LRRD) und die Anpassung an die Klimarisiken keineswegs neue Instrumentarien darstellen, sondern es eher darum geht, „Altbekanntes“ synergetisch zu verknüpfen.
Wer sich für die praktische Umsetzung des Konzepts interessiert, findet auf der Internetseite des Projekts erste Fallstudien (Äthiopien, Indien, Indonesien), die den Kontext, die Schlüsselfaktoren und auch das gelegentlich auftretende Dilemma bei der Förderung der Resilienz lokaler Gemeinden aufzeigen. Ein weiteres Ergebnis des Projekts ist das Handbuch Resilienz. Für Interessierte, die schon mal für die Praxis üben möchten, bietet das Projekt RESILIENZ eine Lernplattform REACHING RESILIENCE an. Viel Spaß beim „ernsten Spiel“.

*Disaster Risk Reduction (DRR) / Climate Change Adaptation (CCA) / Poverty Reduction (PR) / Linking Relief Rehabilitation Development (LRRD)

Über forhumhilfe
Unser Blog „Forum Humanitäre Hilfe“ informiert, kommentiert und stellt kritische Fragen zu Themen, Verlautbarungen und Ereignissen aus dem Handlungs- und Politikfeld der Humanitären Hilfe. Wir wollen dies unabhängig von institutionellen oder parteipolitischen Interessen tun. Wir sind eine kleine Gruppe von Menschen (siehe Kurzportraits), die aufgrund ihrer persönlichen und beruflichen Erfahrungen in der Humanitären Hilfe die Notwendigkeit sehen, eine unabhängige Plattform für den Informations- und Meinungsaustausch zu Fragen der Humanitären Hilfe zu schaffen. Beiträge in diesem Blog, die nicht namentlich gekennzeichnet sind, geben die Meinung der Gruppe wieder. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden alleine vom betreffenden Autor/ von der betreffenden Autorin verantwortet.

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