Was bringt uns nun die Resilienz?

Das Konzept der Resilienz richtet sich an zwei Politikfelder gleichzeitig, die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe. Man kann in der Resilienz ein gemeinsames Oberziel sehen. Sowohl langfristige strukturbildende Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit, als auch kurzfristigere humanitäre Hilfsprogramme können zu einer verbesserten Resilienz beitragen.

Man kann in dem Konzept eine Fortführung der seit Jahrzehnten geführten Debatte über die Verbindung von humanitärer Hilfe, Wiederaufbau und Entwicklung sehen. Diese Diskussion erlangte unter dem Label Linking Relief Rehabilitation and Development – LRRD schon einmal Berühmtheit. Hat Resilienz nun endlich das Potential, die beiden Politikfelder sinnvoll miteinander zu verknüpfen?

Das Konzept der Resilienz legt Wert darauf, dass externe Hilfe stets die langfristigen Perspektiven berücksichtigt. Nothilfe soll Entwicklungsprozesse unterstützen oder zumindest nicht unterlaufen. Damit richtet sich das Konzept an einen der häufigsten Kritikpunkte der humanitären Hilfe. Zwar werde, so wird bemängelt,  kurzfristig geholfen, aber die längerfristige Perspektive ändere sich nicht. Am Ende müsse immer weiter externe Hilfe gewährt werden – zum Teil über Jahrzehnte.

Aber auch auf eine der Schwachstellen der Entwicklungszusammenarbeit will das Konzept eine Antwort sein. Um Resilienz zu erreichen, müssen Risiken analysiert und bearbeitet werden. Programme müssen zumindest flexibel genug sein, um auf externe Schocks zu reagieren. Es soll vermieden werden, dass Erfolge langjähriger Entwicklungszusammenarbeit in einem Federstreich durch einen bewaffneten Konflikt oder eine Naturkatastrophe zunichte gemacht werden.

Wie sieht dies nun in der konkreten Umsetzung aus? Was bedeutet die Theorie in die Praxis? Diesen Fragen wollen wir im nächsten Beitrag nachgehen.

Über forhumhilfe
Unser Blog „Forum Humanitäre Hilfe“ informiert, kommentiert und stellt kritische Fragen zu Themen, Verlautbarungen und Ereignissen aus dem Handlungs- und Politikfeld der Humanitären Hilfe. Wir wollen dies unabhängig von institutionellen oder parteipolitischen Interessen tun. Wir sind eine kleine Gruppe von Menschen (siehe Kurzportraits), die aufgrund ihrer persönlichen und beruflichen Erfahrungen in der Humanitären Hilfe die Notwendigkeit sehen, eine unabhängige Plattform für den Informations- und Meinungsaustausch zu Fragen der Humanitären Hilfe zu schaffen. Beiträge in diesem Blog, die nicht namentlich gekennzeichnet sind, geben die Meinung der Gruppe wieder. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden alleine vom betreffenden Autor/ von der betreffenden Autorin verantwortet.

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