Gastbeitrag des BMZ zur neuen ESÜH-Strategie

Trotz großer Fortschritte in den letzten 30 Jahren haben die globalen Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit zugenommen. Komplexe Krisen wie am Horn von Afrika oder im Sahel gefährden über lange Zeiträume hinweg die Sicherheit und die Existenzgrundlagen der Bevölkerungen. Es mangelt an Bewältigungskapazitäten und der notwendigen Resilienz.

Genau hier setzt die entwicklungsfördernde und strukturbildende Übergangshilfe (ESÜH) des BMZ an. ESÜH soll stabilere Brücken zwischen der humanitären Hilfe des AA und der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit schlagen. Übergeordnetes Ziel der ESÜH ist es, die Resilienz von Menschen und Institutionen zu stärken.

Resilienz stärken bedeutet, Entwicklungsfortschritte zu schützen und humanitären Notlagen vorzubeugen. Mit dieser Zielsetzung begeht das BMZ einen Paradigmenwechsel und versteht seine ESÜH-Strategie als eine Antwort auf die drängenden Herausforderungen an die Entwicklungspolitik im Kontext von Krisen, Katastrophen und Konflikten. Die Strategie steht für eine Abkehr von der reinen Nothilfe hin zu einer vorausschauenden und vorsorgenden Entwicklungszusammenarbeit.

Zur Umsetzung dieses Paradigmenwechsels hat das BMZ die Empfehlungen des OECD-DAC Peer Reviews von 2010 sowie die Ergebnisse der Gemeinschaftsevaluierung zur deutschen humanitären Hilfe im Ausland ausgewertet und seine Schlüsse daraus gezogen. Die neue Übergangshilfe des BMZ fokussiert sich daher zukünftig auf einen strategischen Mitteleinsatz in drei prioritären Arbeitskontexten, nämlich:

  1. Fragile Staaten und langanhaltende Krisen
  2. (Hoch-)Risikoländer mit besonderer Gefährdung durch Naturgefahren und Klimawandel und
  3. Wiederaufbauszenarien

und verortet sich im Sinne des Ansatzes von Linking Relief, Rehabilitation and Development (LRRD) an der dynamischen Schnittstelle zwischen humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit.

Unterstützung in Krisensituationen sowie nach Katastrophen und gewaltsamen Konflikten erfordert jedoch mehr denn je ein abgestimmtes Vorgehen zwischen

lebensrettender humanitärer Hilfe und entwicklungsfördernder und strukturbildender Übergangshilfe. BMZ und AA werden daher in der Planung, Umsetzung und Analyse von Vorhaben eng zusammenarbeiten, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: wirkungsvolle Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Strategie des BMZ zur entwicklungsfördernden und strukturbildenden Übergangshilfe kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.bmz.de/de/publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier330_06_2013.pdf

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