Warum braucht es ForHumHilfe?

Täglich sind Millionen Menschen von gewaltsamen Konflikten, Epidemien und Naturkatastrophen betroffen. Ziel der humanitären Hilfe ist es, diesen Menschen zu helfen. Dies sagt sich leicht und ist doch oft eine komplizierte und sogar riskante Angelegenheit: Kriege mit unklaren Fronten, zunehmend extreme Klimaverhältnisse und immer wieder Versuche, die Hilfe politisch zu instrumentalisieren, sind Herausforderungen. Denen müssen sich die humanitären Akteure ständig stellen.

In Deutschland sind eine Vielzahl von Akteuren der Zivilgesellschaft, staatliche Stellen und zunehmend auch Firmen in der humanitären Hilfe engagiert. Woran es fehlt, ist ein politisches Gesamtkonzept zu diesem Politikbereich sowie eine unabhängige Institution, die fachlich Stellung zu aktuellen Fragen der humanitären Hilfe bezieht.

Das Forum Humanitäre Hilfe ist eine Plattform für kritische Fragen und Kommentare. Das Forum soll die öffentliche Debatte fördern und so zu mehr Transparenz und Rechenschaftslegung beitragen. Es soll mitwirken, dass die Hilfe da ankommt, wo sie benötigt wird: Bei den Menschen, die sie dringend brauchen.

ForHumHilfe@gmail.com

Fortschritte im Gesamtsystem der humanitären Hilfe?

Am 4. Juli wird das Active Learning Network for Accountability and Performance in Humanitarian Action einen Statusbericht zur humanitären Hilfe präsentieren.

Bisher gab es vor allem anlassbezogene Untersuchungen der internationalen humanitären Hilfe insgesamt: In den 90ern zum Beispiel anlässlich der humanitären Hilfe nach dem Völkermord in Ruanda; im Jahr 2006 umfangreiche Studien infolge der Tsunamikatastrophe in Südostasien. Aus diesen Evaluierungen wurden in einigen Bereichen Lehren gezogen und hier und da konkrete Veränderungen vorgenommen. Eine Gesamtschau fehlte jedoch bis zum Jahre 2010, als ALNAP erstmals eine Pilotversion eines Statusberichts für das gesamte System vorstellte.

Der Pilotbericht wies auf einige Verbesserungen hin. So seien laut den Zahlen des Global Humanitarian Assistance Report kontinuierlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt worden. Die Mittel würden auch auf Grund häufigerer und besserer Bedarfsanalysen nützlich eingesetzt. Konkreten Verbesserungsbedarf sahen die Autorinnen und Autoren in den Bereichen Führung, Koordination und in der Beteiligung der von Krisen betroffenen Menschen selbst. Diese Themen waren daraufhin Gegenstand einiger Initiativen und vieler Debatten (siehe zum Beispiel die Leadership in Action Study). Während die Aufmerksamkeit für das Thema „Führung“ frischen Wind in die Diskussion um die Qualität der humanitären Hilfe brachte, sind die Themen „Koordination“ und „Beteiligung“ schon alte Bekannte auf der „Sorgenliste“.

Mit Spannung ist deshalb zu erwarten, welche Fortschritte der neue Bericht feststellen konnte und auf welchen Gebieten weiter gearbeitet werden muss, um das System effizienter und effektiver zu machen.